Schacht KONRAD

Schacht KONRAD

Höhere radioaktive Belastung erlaubt

Aus dem Atommüllprojekt Schacht KONRAD für schwach- und mittelradioaktive Abfälle darf deutlich mehr Radioaktivität austreten als aus einem Endlager für hochradioaktive Abfälle.

Pressedienst der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD

Ludwig Wasmus, Vorstandsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD dazu: „Es ist ein Skandal, sich beim Atommülllager KONRAD auf Vorschriften von 1983 zu berufen und so die Menschen in der Region auf sehr lange Zeit einer heute unzulässigen Strahlenbelastung auszusetzen. Die Vorschriften für KONRAD werden 44 Jahre alt sein, falls das Lager 2027 tatsächlich in Betrieb gehen sollte. Das ist absurd und muss gestoppt werden.“

 

Nach derzeitiger Rechtslage dürfen Einzelpersonen durch die radioaktiven Abfälle, die in Schacht KONRAD eingelagert werden sollen, im Nachweiszeitraum mit einer effektiven Jahresdosis bis zu 300 Mikrosievert belastet werden. Langzeitsicherheitsberechnungen haben ergeben, dass dieser Wert mit 260 Mikrosievert im Jahr fast ausgeschöpft werden würde. Im aktuell vorliegenden Entwurf für die Sicherheitsanforderungen an ein Endlager für hochradioaktive Abfälle wird festgelegt, dass Einzelpersonen im Nachweiszeitraum im Falle erwartbarer Entwicklungen nur mit 10 Mikrosievert pro Jahr belastet werden dürfen, also deutlich weniger. Das Bundesumweltministerium weigert sich aber explizit, auch die Sicherheitsanforderungen für schwach- und mittelradioaktive Abfälle zu aktualisieren.

 

Die Arbeitsgemeinschaft Schacht KONRAD hat deshalb und wegen anderer kritikwürdiger Paragrafen im Entwurf der Sicherheitsanforderungen eine ausführliche Stellungnahme dazu abgegeben. „Die Verordnung strotzt nur so vor unbestimmten Begriffen und versucht, über die Einteilung von möglichen Entwicklungen über 1 Million Jahre in die Kategorien „zu erwarten“ und „abweichend“ die Anforderungen aus dem Standortauswahlgesetz wieder aufzuweichen, statt sie zu konkretisieren“, so Wasmus.