Leverkusen

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Weniger Teilnehmer, aber politischer!

Am Freitag fand die FFF-Kundgebung in Leverkusen wieder um 11 Uhr mit anschließender Demo über den Weihnachtsmarkt und dann über die Stadtautobahn statt. Insgesamt waren es ca. 250 Teilnehmer, davon über die Hälfte Erwachsene, aber auch Erstklässler einer Grundschule waren mit etlichen Schildern da.

Korrespondenz
Weniger Teilnehmer, aber politischer!
Beschäftigte des öffentlichen Nahverkehrs auf der FFF-Kundgebung in Leverkusen (rf-foto)

Außer der MLPD war auch die ÖDP als Partei sichtbar vertreten. Als MLPD waren wir mit Fahnen und Transparent gut sichtbar und offensiv vertreten.

Allerdings wurde uns dieses Mal verwehrt, den Redebeitrag zu halten. "Die Rednerliste ist geschlossen" sagte ein Moderator zu Genossen. Außerdem würden wir uns ja eh seit Beginn der Kundgebungen nicht an Regeln halten. Naja, wer sich nicht an "Regeln" bzw. an die wichtigsten demokratischen Rechte gehalten hat, kann man ja mittlerweile in etlichen Gerichtsurteilen nachlesen. Es war natürlich Methode und Absicht, die MLPD nicht reden zu lassen. Es stellte sich heraus, dass man sich mit einem Redebeitrag NUR im Vorfeld in der internen Whats-App-Gruppe von FFF für die Demo anmelden konnte. Somit lassen die Organisatoren keine Diskussion aus dem Kreis der Kundgebungsteilnehmer zu. Damit wird eine breite Diskussion und Vereinheitlichung über Verursacher  und den weiteren Weg der Umweltjugendbewegung verhindert. Wovor haben die Moderatoren so eine Angst?

Offiziell wurden dann noch allgemeine Regeln genannt, u.a. "keinen Müll zu hinterlassen",  "dass sie Parteifahnen und das Verteilen der Flyer zwar nicht wollen, aber sie dürfen es nicht verbieten", so der Moderator. Ein voller Erfolg für die Offensive der MLPD. Und faktisch haben viele Teilnehmer unser Transparent sehr interessiert gelesen ...

Es sprachen dann jeweils u.a. ein Vertreter von der "Koordination gegen Bayergefahren", vom Kinderschutzbund,  von "Parents/Adults for Future" ein Jugendlicher, der eine deutliche Kapitalismuskritik formulierte und das Ende der GroKo forderte, weil sie umweltpolitisch voll versagt hat. Er forderte auch ein anderes System der Wirtschaftspolitik. Das soll die Regierung durchsetzen. Wie das unter dem Diktat und der Alleinherrschaft der Monopole letztlich gehen soll, beantwortete er dann nicht. Der Vertreter der Bayerkoordination entlarvte, mit welch demagogischen Methoden Bayer versucht, die FFF- Bewegung zu beeinflussen, indem Bayer doch dreist behauptet, sie seien Teil der FFF-Bewegung, weil sie fürs Klima forschen ...

Das absolute Highlight und beeindruckenste war der Beitrag einiger Kollegen von HBB, der Tochter des örtlichen Nahverkehrsunternehmens, begleitet von ver.di-Vertretern. Sie berichteten, dass sie im Jahr 2004 13 Monate lang für einen Haustarif gestreikt hatten. Sie sagten auch, der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs ist für die Umwelt sehr wichtig. Dafür braucht man unbedingt mehr Busfahrer, bessere Arbeitsbedingungen und bessere Löhne. Sie solidarisieren sich mit der Umweltjugendbewegung, genauso wichtig ist es, dass sich die Umweltjugendbewegung mit dem anstehenden Streik im öffentlichen Nahverkehr nächstes Jahr solidarisiert. Mit diesem Beitrag haben die Kollegen deutlich gemacht, dass der Kampf für Arbeitsplätze, bessere Arbeitsbedingungen UND Umweltschutz kein Gegensatz sind.