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Bürgerlichen Image für die Wegbereiter des Faschismus?

Letztes Wochenende fand der AfD-Bundesparteitag in Braunschweig statt.¹

Korrespondenz

Tino Chrupalla wurde als Nachfolger des scheidenden Alexander Gaulands in die neue Doppelspitze mit Jörg Meuthen gewählt und die dem faschistisch-rassistischen „Flügel“ zugehörigen Andreas Kalbitz, Stephan Brandner und Stephan Protschka in den Bundesvorstand.

 

Die Aufgabe des Parteitags war zugegeben kompliziert. Ein Spagat zwischen der forcierten Faschisierung einerseits und andererseits einem bürgerlichen Mäntelchen für mögliche Koalitionen mit der CDU/CSU und anderen .

 

Und zusätzlich müssen die Mitglieder der unterschiedlichen Lager darauf eingeschworen werden. Ein internes 72-seitiges Strategiepapier analysierte, dass dem die „rhetorischen Querschläger, Hasstiraden und sinnlose Provokationen“ im Weg stünde – eine Anspielung auf die offen faschistische Sprache von Björn Höcke und Co. Jörg Meuthen und Alexander Gauland „warben“ für ein "bürgerliches Image" und heuchelten, dass sie sich gegen solch offen rassistische und nationalistische Rhetorik aussprechen würden. Dabei sind sie es, die solche Umtriebe seit Jahren nicht nur dulden, sondern auch fördern.

AfD will sich als Regierungspartei anbieten

Mit dem ehemaligen Kleinunternehmer Chrupalla an der Spitze zeigten sich dann sowohl „der Flügel“ als auch die "bürgerlicheren" Kräfte zufrieden. Er verstehe es laut Höcke "die Straße weiter als Resonanzraum zu bespielen" – womit faschistische und faschistoide Kräfte um „Pegida“, die „Identitäre Bewegung“ und Co. gemeint sein mögen. Die Janusköpfigkeit² von Chrupalla zeigte sich dann auch gleich in den ersten Interviews gegenüber den bürgerlichen Medien, die ihm bereitwillig die Mikrophone vor die Nase hielt.

 

So erklärte Chrupalla : "Ich wirke integrierend und freue mich trotzdem auf die Zusammenarbeit mit Teilen der Partei aus allen Lagern." Also auch mit Höcke und Co. Dann log er vor den laufenden ZDF-Kameras, er habe nie den faschistischen Begriff "Umvolkung" benutzt. Als die ZDF-Leute ihm anboten, ihm das entsprechende Video zu zeigen, räumte er ein, den Begriff zu verwenden, aber nicht als faschistisch zu verstehen. Dieser üblen Demagogie muss entschieden begegnet werden. Wehret den Anfängen!