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„Streik! Wir streiken!“

Wir freuen uns, erneut einen Orginalbericht von einem Kollegen der bis vor kurzem streikenden Amazon-Belegschaft veröffentlichen zu können:

Korrespondenz

Dienstag, 10. Dezember, 0.00 Uhr: Unsere Streik-Trillerpfeifen erschallten in den Amazon-Hallen, überall - unüberhörbar … "Streik! Wir streiken! Eure Gewerkschaft ruft Euch zum Streik auf!!! Schließt Euch uns an! Kommt mit uns auf die Straße!!!", hallten die Rufe der gewerkschaftlichen Vertrauensleute durch die Gänge.

 

Überall erblickte ich erfreute und erleichterte Gesichter: "Na, endlich - wurde auch Zeit!", so war der allgemeine Tenor. Man könnte wirklich sagen, dass die Kolleginnen und Kollegen in Massen aus den Gebäuden strömten; die Mienen der Manager und Leads (quasi "Abteilungsleiter" und "Erstverkäufer", wenn man die Einzelhandels-Vorgesetztenliste nehmen möchte) waren dementsprechend "leicht" säuerlich - ausgerechnet im sogenannten "Peak“- (Spitzen-) Monat, wo Onkel Jeff Bezos (Chef von Amazon, Anm. d. Red.) die höchsten Umsätze erwartet! Ja, genau deswegen, denn genau dann tut es ihm weh - denn warum sonst sollte ein sogenannter "Anwesenheits-Bonus" (wir sagen dazu allerdings "Streikbrecher-Prämie") ausgelobt worden sein ?!

 

Draußen ging es direkt zur Streikgeld-Erfassung, bei Nacht, kaum Licht - und Fieselregen ... es gibt schöneres; wie zum Beispiel die strahlenden Gesichter der Aktiv-Streikenden, als verkündet wurde, dass der Streik diesmal eine Woche dauern sollte.

 

Nach anfänglichem leichten Chaos bei den Streikgeld-Eintragungen wurden die nicht zu übersehenden Streikbanner aufgehängt. Verschiedene WDR-Berichte wurden übertragen.

 

Wir konnten insgesamt etwa 500 Kolleginnen und Kollegen zum Streik aus den Hallen holen - eine gute Zahl, die allerdings noch ausbaufähig ist. "Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren."