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Rauschende Jahresabschlussfeier der Horster Mitte

In Gelsenkirchen fand am 20. Dezember die traditionelle Jahresabschlussfeier des VermögensVerwaltungsVereins Horster Mitte e.V. (VVV) der MLPD mit über 300 Gästen statt. Von Jahr zu Jahr werden es mehr!

Von RF-Redaktion
Rauschende Jahresabschlussfeier der Horster Mitte
Jahresabschlussfeier des VVV im jahr 2009 - damals im wunderschönen Kultursaal der Horster Mitte statt und mit Stefan Engel als Hauptredner (Foto: RF)

Schacht III - „Notunterkunft“ angesichts des noch gesperrten Kultursaales in der Horster Mitte – war festlich geschmückt und platzte aus allen Nähten.

 

Der langjährige Vorsitzende von VVV und MLPD, Stefan Engel, eröffnete die Feier und führte unterhaltsam und geistreich den ganzen Abend durch das Programm. Als erstes wurde jedem sein vorbestelltes köstliches Menü – vegetarisch, Gänsekeule oder Rinderroulade – serviert. Ein wahrer Festschmaus. Dann kam Gabi Fechtner, die jetzige Vorsitzende von VVV und MLPD, bereits erwartet mit ihrer schon traditionellen Rede des reichhaltigen Rück- und Ausblicks.

 

In ihrer vielfach von Beifall und Gelächter unterbrochenen Ansprache betonte sie, das Schönste an diesen Jahresabschlussfeiern sei - neben dem Essen - die "Vielfalt der teilnehmenden Personen". Dass die MLPD und ihr Jugendverband REBELL 2019 eine neue gesamtgesellschaftliche Rolle erkämpfen konnten, sei natürlich auch der Tätigkeit aller Mitstreiterinnen und Mitstreiter und dem großen ehrenamtlichen, gesellschaftlichen Einsatz vieler Menschen zu verdanken.

 

Ihr herzlicher Dank galt zuerst den Mitarbeitern des Arbeiterbildungszentrums e.V. mit seinen Häusern und Gaststättenbetrieben in Stuttgart sowie in Gelsenkirchen-Horst, deren "Los" es nunmal sei, bei solchen Gelegenheiten zu arbeiten und nicht in erster Linie zu feiern.

Mieter und Geschäftspartner feiern mit

Gabi Fechtner begrüßte die Mieterinnen und Mieter aus verschiedenen Häusern in Gelsenkirchen und Düsseldorf. Natürlich auch das Team vom VermögensVerwaltungsVerein und von der VVV-Service GmbH mit ihrem Bautrupp, der sich das ganze Jahr eifrig um die Belange der Häuser und Mieter kümmert.

2019 hielt Gabi Fechtner als jetzige Vorsitzende des VVV die Rede - hier ein Foto aus dem Wahlkampf (Foto: RF)
2019 hielt Gabi Fechtner als jetzige Vorsitzende des VVV die Rede - hier ein Foto aus dem Wahlkampf (Foto: RF)

In Kürze:

  • Über 300 Gästen kamen zur traditionellen Jahresabschlussfeier des VVV
  • Gabi Fechtner begrüßte die mittlerweile enorme Bandbreite der Geschäftspartner, Mieter, Nutzer, Mitarbeiter, Bündnispartner und politischen Freunde
  • Die Feier klang mit reichhaltigen Kulturbeiträgen und Tanz aus

Sie stellte die teilweise gemeinsam mit ihren Familien gekommenen Geschäftspartner vor. Dazu gehörten unter anderem Versicherungspartner, Investorinnen und Investoren, Friseurinnen, Wirtschaftsprüfer, Statiker für den Umbau des Kultursaals, Heizungsmonteure und Blockheizkraftwerkspezialisten sowie Spezialisten für die Installation der Brandmeldeanlage. Nicht zuletzt der beratende Kunsthistoriker und Denkmalspazialist Prof. Roland Günter.

Dank an Spender und Darlehensgeber

Gabi Fechtner bedankte sich bei allen Spendern und Darlehensgebern. Der VVV konnte in diesem Jahr über 230.000 Euro investieren. Ermöglicht haben das mit einer Vielzahl von privaten Darlehen aus ihren Ersparnissen vor allem Freunde und Genossen der MLPD sowie demokratisch eingestellte Menschen, die die Politik der MLPD unterstützen, oder auch solche, die „nur“ aus heller Empörung gegen das diktatorische Vorgehen der Stadtverwaltung spendeten – sei es Geld, Zeit oder Know-how. Die Tätigkeit des VVV wäre ohne diese umfangreiche ehrenamtliche Arbeit gar nicht möglich. In diesem Jahr seien über 12.000 ehrenamtliche Stunden geleistet worden, was dem beachtlichen Wert von 300.000 Euro entspricht.

 

Die Vorsitzende des VVV ging aber auch darauf ein, dass der VermögensVerwaltungsVerein mittlerweile fast undenkbar sei ohne Auseinandersetzung mit der Stadt Gelsenkirchen. In den Gremien und Behörden der Stadt fänden sich immer wieder Leute, die ihre öffentlichen Ämter missbrauchen, um den VVV zu behindern, weil er für die MLPD arbeitet.

Baugenehmigung erkämpft

Nach der unsäglichen und willkürlichen Nutzungsuntersagung für den Kultursaal dauerte es ein Jahr und viele Proteste, bis am 5. Juli 2019 die Baugenehmigung kam, um die vermeintlichen oder tatsächlichen Mängel zu beseitigen, die das Bauamt gerügt hatte. Aber nun ist sie da. (Beifall!) Selbst die nun genehmigte Teilnutzung soll nun mit allen möglichen Winkelzügen herausgezögert werden, wogegen mit einer Feststellungs- und Untätigkeitsklage vorgegangen wird. (Beifall!)

 

Vielfältigkeit prägt auch die Nutzer der Horster Mitte, die schon in den Startlöchern stehen, nun bald wieder auch im Kultursaal loslegen zu können: Sie reicht von der Tanz- und Fitness-Abteilung des SV Horst-Emscher 08 mit ihren beliebten Zumba-Kursen über die Veranstalterin der polnischen Tanzabende, die Spezialisten für Selbstverteidigung von "Kampfsport International", die Trainerin der wöchentlichen Rückengymnastik, bis zu den Mitarbeiterinnen der Arztpraxis Wagner und des Teams für die Vermarktung und Bewirtschaftung des Kultursaals. Besonders herzlich wurde mit riesigem Beifall „Seda“ begrüßt. Nur ihr beeindruckender Überlebenswille und Kampfgeist hat die 32-jährige Zumba-Trainerin im letzten Jahr davor bewahrt, von 21 Messerstichen eines Stalkers getötet zu werden.

 

Dabei waren selbstverständlich auch die Anwälte der Kanzlei Meister & Partner, die in diesem Jahr besonders viel Arbeit hatten; Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der GSA; der Mediengruppe Neuer Weg und ihrer Marke People to People als Reiseveranstalter; vom Office der revolutionären Weltorganisation ICOR, in der die MLPD aktiv dabei ist; vom Willi-Dickhut-Museum; aber auch Kultur-Schaffende, die derzeit an einer Revue und Feierlichkeiten zum 100. Jahrestag der Roten Ruhrarmee 1920 arbeiten.

"Was haben wir eigentlich angestellt?"

Gabi Fechtner warf dann ein: "Vielleicht fragen Sie sich, was wir eigentlich angestellt haben, dass manche Leute uns das Leben so schwer machen? Denn rein äußerlich sieht man uns unsere 'Gefährlichkeit' vielleicht gar nicht so an." (Gelächter!)

 

Die MLPD beziehe jedoch an gesellschaftlichen Brennpunkten mit Rückgrat klar Position, vertrete die Sache der sogenannten einfachen Leute und lege sich mit den Politikern an, die sich als Erfüllungsgehilfen der herrschenden Diktatur der Monopole betätigen - und auch mit diesen Monopolen selbst. Ihren Gegnern sei es nicht entgangen, dass die MLPD bundesweit organisiert mit einer klaren marxistisch-leninistischen Weltanschauung, einer sozialistischen Programmatik und funktionierenden Organisation eine gesellschaftliche Alternative vertritt – und das mit deutlich wachsendem Zuspruch.

Große Bandbreite politischer Freunde und Bündnispartner

Ausdruck davon war auch die große Bandbreite der Bündnispartner sowie politischen Freundinnen und Freunde, die Gabi Fechtner begrüßen konnte:

 

von Kumpel für AUF und der Geschäftsstelle der Internationalen Bergarbeiterkoordinierung; weitere Vertreter der Arbeiter- und Gewerkschaftsbewegung, insbesondere Bergleute mit ihrer Organisation „Kumpel für AUF“; kämpferische Opelaner und Stahlarbeiter; Fritz Ullmann vom Linken Forum Radevormwald und dem Koordinierungsrat des Internationalistischen Bündnisses; Vertreter der Migrantenorganisationen ATIF/ATIK, ADHF und weiteren; vom Wahlbündnis AUF Gelsenkirchen; Mitglieder des Jugendverbands REBELL mit ihrer Kinderorganisation Rotfüchse und dem Jugendzentrum Che; syrische, albanische und kurdische Flüchtlinge aus Gelsenkirchen und Umgebung; Ulrich Achenbach von der Koordinierungsgruppe der bundesweiten Montagsdemobewegung sowie Repräsentanten aus der kämpferischen Umweltbewegung; Vertreter der Automobilarbeiterbewegung, die sich an der Internationalen Automobilarbeiterkonferenz beteiligen; sowie Vertreterinnen der kämpferischen Frauenbewegung.

Ehrung der Jubilare und Würdigung des Generationswechsels

Gabi Fechtner würdigte Jubilare des vergangenen Jahres wie den langjährigen Hausmeister des Hauses in Düsseldorf Hassan Hadzihamzic und den stets penibel zuverlässigen Werkzeuglageristen Werner Häußner; drei Parteimitglieder für ihre 50-jährige Tätigkeit im Aufbau der MLPD wie Klaus Wallenstein, Gottfried Schweitzer und Franz Stockert. Ebensowie Mitarbeiter, die das Rentenalter erreicht haben – und es meist MLPD-typisch – mit weiterer engagierter Arbeit erfüllen.

 

Sie betonte aber auch die aktive Förderung des Generationswechsels unter anderem durch eine ganze Reihe von Auszubildenden in der Mediengruppe Neuer Weg, dem MLPD-eigenen Verlags- und Druckereibetrieb – mit einer Ausbildungsquote von inzwischen 42 Prozent. Demnächst beendet der erste Azubi seine Lehre – und wird übernommen!

Ein besonderer Gast

Dann bat Stefan Engel den Flüchtlingsaktivisten Alassa Mfouapon aus Kamerun nach vorne. Monika Gärtner-Engel berichtete noch einmal über sein Schicksal mit der gemeinsamen Flucht von ihm und seiner Frau, Folter und Vergewaltigung in Libyen und dem Tod ihres Kindes im Mittelmeer. Doch ließ er sich niemals entmutigen. Stets übernahm er mutig führende Verantwortung für die Organisierung des gemeinsamen Überlebenskampfs von Flüchtlingen. In Deutschland wurde er anlässlich des martialischen Polizeieinsatzes in Ellwangen zu einem Pionier der selbständigen Flüchtlingsbewegung – im engen Schulterschluss mit demokratischen und revolutionären Kräften in ganz Deutschland. Alassa Mfouapon bedankte sich in seiner bescheidenen Art, mit ruhigen Worten und in bemerkenswertem Deutsch, für die anhaltende Solidarität aller Beteiligten, die wie zu seiner Familie geworden seien. Und er berichtete von weiteren Plänen. Spontan erhoben sich kurz alle Anwesenden mit herzlichem, respektvollem Applaus von ihren Stühlen.

Herzerfrischende Kulturbeiträge

Der Ansprache als Höhepunkt folgten herzerfrischende Kulturbeiträge. Dabei wurden die kurzweiligen Beiträge immer wieder gewürzt und vertieft mit Gedichtauszügen von Stefan Engel. Von Lachsalven begleitet war die traditionelle selbstironische, witzige Zitatesammlung "Neues vom Anwalt"; es folgten das Lied aus der Bergarbeiterrevue "Schicht im Schacht", ein Sketch zum geplanten antikommunistischen Ausschluss des Vortrags von Gabi Fechtner aus dem offiziellen Programm der Stadt Wuppertal zum Engels-Jahr 2020 und eine Modenschau von People-to-People.

 

Auch der Werkschor des VVV trat auf, gefolgt von der Verlosung der Tombola-Preise. Vorgetragen wurde ein Weihnachtslied von Fredrik Vahle, die Kölner Band "Gehörwäsche" sang das türkische Lied "Mizri Kiz" von "Grup Yorum" zum Kampf gegen Gewalt an Frauen. Zur Musik der "Working Blues Band" aus dem Publizistik-Büro Fechtner wurde eine begeisternde Akrobatik-Nummer mit überraschenden Akteurinnen aufgeführt. Und zum Abschluss hieß es: "Tanzfläche frei!"

 

Ein neuer Geschäftspartner sagte beim Abschied: „Ich war das erste Mal hier. Das hat mich beeindruckt. Man muss heutzutage wirklich offen sein für Neues.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.