Russland

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Massenproteste gegen Mülldeponien trotzen Faschisten

In Schijes soll die größte Mülldeponie Europas entstehen. In eisiger Kälte wurde hier unter anderem eine Zeltstadt des Widerstands aufgebaut.

Korrespondenz
Massenproteste gegen Mülldeponien trotzen Faschisten
Tausende gegen Mülldemonie-Erweiterung

Die Betreiberfirma will den Bau mit aller Gewalt durchsetzen. Sie heuerte, um die Zeltstadt bis zum 30. November zu räumen, eigens Faschisten aus der Nachbarrepublik Komi an, darunter auch einschlägig zu Gefängnisstrafen Verurteilte und wieder Freigelassene. Sie sollten mit Provokationen und nationalistischen Parolen den Widerstand spalten oder ein Eingreifen der Staatsgewalt provozieren. Sie hatten offensichtlich die Erlaubnis, selbst das Lager abzuräumen. Es gelang nicht. Vom Widerstand wird weiter berichtet.

 

Und dieser Widerstand macht Schule: In der Nähe von Kasan, der Hauptstadt der Föderationsrepublik Tatarstan, bauten Bewohner, darunter vor allem Rentner und junge Mütter, ebenfalls eine Zeltstadt auf. Sie widersetzen sich dem Bau einer Müllverbrennungsanlage und nennen ihre Zeltstadt „Dioxinowo“. Die Regierung von Tatarstan antwortete mit brutaler Gewalt. Polizei prügelte auf die Wehrlosen ein, verhaftete etliche, zerschlug die Zelte.

 

Die Bevölkerung ist empört: „So darf man nicht mit Frauen umgehen, schon gar nicht mit Rentnerinnen!“ Jetzt wird die Absetzung des Präsidenten gefordert. Schon nach kurzer Zeit haben über 1500 dafür unterschrieben.

 

Auf dem Foto: Alexandrow im Bezirk Wladimir, ca. 90 km östlich von Moskau: 6000 kamen am 2. Dezember 2019 zum Protest gegen die Erweiterung der dortigen Mülldeponie. Hierher will der Staat noch mehr Müll aus Moskau schaffen.