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Konzernbelegschaft vor neuen Herausforderungen

Gleich am 2. Januar hat die Belegschaftsversammlung bei Opel in Eisenach stattgefunden; die erste nach der Fusion des PSA-Konzerns mit Fiat-Chrysler.

Korrespondenz aus Eisenach
Konzernbelegschaft vor neuen Herausforderungen
Opel-Kolleginnen und -Kollegen aus Eisenach vor ihrem Werk (rf-foto)

Die Betriebsratsspitze kündigte gleich zu Beginn sehr kurzfristige Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag an, die auch sehr schnell zu einem Ergebnis kommen sollen. Nach dem Betriebsratsvorsitzenden Bernd Lösche sprach der Personalchef Ralf Giesing für die Geschäftsleitung. Giesing verfolgte die Taktik, sich scheinbar auf die Seite der Kolleginnen und Kollegen zu stellen, ganz nach dem Motto: Wir Eisenacher müssen alle zusammenhalten.

 

Die Redebeiträge von acht Kolleginnen und Kollegen durchkreuzten diese Stimmungsmache allerdings anschließend sehr wirkungsvoll. Zuerst forderte ein Kollege den Betriebsrat auf, den Vertrag allen Belegschaftsmitgliedern zu geben, ihn ausführlich zu diskutieren, und nicht, wie beim letzten Mal, über einen Vertrag abstimmen zu lassen, den keiner kennt. Danach sagte er: „Es sollen weiter massiv Arbeitsplätze vernichtet werden. Ökonomen gehen bei der Fusion zwischen PSA und Fiat davon aus, dass von den 400.000 Arbeitsplätzen mindestens 50 bis 60.000 vernichtet werden. Der einzige Weg ist der konzernweite, internationale Kampf. Diese Richtung wird mit der internationalen Automobilarbeiterkonferenz gestärkt werden. Diese findet Mitte Februar in Südafrika statt.“

Die Taktik des „gemeinsamen Eisenacher Wegs“ war nach der Diskussion weitgehend diskreditiert.

Der Betriebsratsvorsitzende Lösche beendete die Versammlung mit dem Satz: "Ich stehe dafür, dass wir nicht nochmal verzichten müssen, aber ich kann es euch nicht versprechen." Er hat die Belegschaftsversammlung nicht geschlossen, sondern nur unterbrochen.

 
Mehr Infos zur 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz gibt es hier!