Südafrika

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Schwere Ketten für Niedriglohn? So nicht!

In der Vorbereitung der 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz lernten wir einen klassenkämpferischen Shopsteward der Gewerkschaft NUMSA kennen.

Korrespondenz
Schwere Ketten für Niedriglohn? So nicht!
Eingangstor von Scaw Metals (rf-foto)

Charly* arbeitet bei der Firma Scaw Metals in Vereeniging. Die ca. 250 Beschäftigten (davon 195 Arbeiter) stellen schwere Ketten für Häfen und Industrieanlagen her. Der Betrieb hat eine lange Tradition und international einen guten Namen für seine Qualität. Mehrmals wurde er in den letzten Jahren weiterverkauft, dabei blieb aber immer der Markenname auch unter den neuen Eigentümern erhalten. Unter dem Druck der Neuorganisation der internationalen Produktion und insbesondere dem aggressiven Vordringen der chinesischen Sozialimperialisten verschärft sich der Konkurrenzkampf erheblich.

 

Das ist der Hintergrund für die Absicht der Scaw-Kapitalisten, den Tarifvertrag, der erst zum Juni neu verhandelt wird, vorzeitig zu brechen und zum 1. März die Arbeiterlöhne um 13 Prozent kürzen zu wollen. Charly berichtet, dass der normale Arbeiterlohn 92 Rand pro Stunde beträgt. Das sind 5,77 Euro. Mit der Kürzung würde der Lohn auf 4.98 Euro fallen!

 

Schon bei der ersten Ankündigung dieses ungeheuren Angriffs noch vor Weihnachten gab es erste Proteste der Arbeiter, die zu 100 Prozent in der NUMSA organisiert und aus früheren Kämpfen streikerfahren sind. Die prompte Reaktion der Kapitalisten bestand darin, den Arbeitern mit der sofortigen Entlassung aller in der NUMSA organisierten Arbeiter zu drohen, wenn sie sich der Kürzung widersetzten.

 

Charly würde sich besonders freuen, wenn aus Deutschland Solidaritätsadressen bei ihnen ankommen würden. Solidaritätsadressen aus Deutschland können geschickt werden an: NUMSA-Office Vereeniging: Vereeniging@numsalocal.org.za und an bingostephen.yasi@gmail.com.

So möglich bitte die Solidaritätsadressen bis Freitagvormittag, 10. Januar, schicken.

 

Mehr zur 2. Internationalen Automobilarbeiterkonferenz, die vom 19. bis 23. Februar 2020 in Vereeniging (nahe Johannesburg) stattfinden wird, gibt es hier!