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Ärzte: "Wikileaks-Gründer in Lebensgefahr"

Der Gründer der Aufklärungsplattform „Wikileaks“, Julian Assange, wurde am 11. April 2019 von der britischen Polizei in der Botschaft Ecuadors festgenommen. Der Verhaftung vorausgegangen war die Aberkennung des politischen Asyls für Assange und die Aberkennung der ecuadorianischen Staatsbürgerschaft durch den Präsidenten des Landes, Lenin Moreno. Infolge hatte der ecuadorianische Botschafter die Polizei aufgefordert, Assange aus der Botschaft zu entfernen. Seitdem sitzt er in Großbritanien in Haft. Er soll in die USA abgeschoben werden, wo ihm wegen seiner Enthüllungen bis zu 175 Jahren Haft drohen.

Korrespondenz

Aufgrund der unmenschlichen Behandlung in der Haft verschlechtert sich der Gesundheitszustand von Julian Assange zusehends. Der UN-Sonderbeobachter für Folter,  Dr. Nils Melzer, schrieb Ende Mai 2019: „Mr. Assange wurde über einen Zeitraum von mehreren Jahren hinweg bewusst schweren Formen grausamer, unmenschlicher Behandlung oder Strafe ausgesetzt, deren kumulative Auswirkungen nur als psychologische Folter beschrieben werden können.“ Ende November forderten 60 Ärzte eine medizinische Behandlung von Assange: „Sollte die dringende Untersuchung und Behandlung nicht erfolgen, haben wir, auf Grundlage der derzeit verfügbaren Erkenntnisse, die dringende Sorge, dass Herr Assange im Gefängnis sterben könnte.“

Wikileaks deckte Kriegsverbrechen des US-Imperialismus auf

Die 2007 gegründete Enthüllungsplattform „Wikileaks“ basierte darauf, dass Whistleblower aus Staatsapparat und Geheimdiensten der Plattform anonym Informationen zukommen lassen konnten, die dann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden. Großes Aufsehen erregte die Aufdeckung von Kriegsverbrechen des US-Imperialismus. Im Jahr 2010 veröffentlichte die Plattform das Video eines US-Militärhubschraubers, dessen Besatzung wissentlich auf eine Gruppe unbewaffneter Zivilisten schoss und sie tötete. Außerdem veröffentlichte Wikileaks geheime Dokumente aus dem Afghanistan- und aus dem Irak-Krieg, die unter anderem die gezielte Tötung von Zivilisten sowie Folter durch das US-Militär dokumentierte.

Staatliche Repression und das Schweigen der bürgerlichen Medien

Der Fall Julian Assange zeigt das wahre Gesicht etlicher imperialistischer Länder, die sich gerne als „Verteidiger der Demokratie“ aufspielen. Die Wahrheit ist, dass diese Länder alles tun, um ihre wirtschaftliche und politische Macht aufrechtzuerhalten und auszubauen. Dabei ist ihnen jedes Mittel recht. Wer sich dagegen stellt, wird verfolgt. Die bürgerlichen Medien machen sich mit ihrer Berichterstattung - oder besser Nicht-Berichterstattung - zu ihren Erfüllungsgehilfen.