Oberhausen

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Sorgerechtsentzug wegen Öcalan-Solidarität

Dass kurdische Erdoğan-Gegner auch in Deutschland nicht sicher sind, ist nichts Neues mehr. Neu ist jedoch, dass kurdische Aktivistinnen und Aktivisten, die gegen die Isolation des PKK-Gründers Abdullah Öcalans protestieren, in Deutschland familienrechtlich verfolgt werden.

Korrespondenz aus Bochum

Einer kurdischen Aktivistin aus Oberhausen soll das Sorgerecht für ihre Tochter entzogen werden, weil die dreizehnjährige Tochter an einer Aktion gegen die Isolation Abdullah Öcalans im März 2019 teilnahm. In diesem Verfahren ist neben der Oberhausener Justiz auch der Staatsschutz beteiligt, der ganz nach der Manier der Stasi in der bürokratisch-kapitalistisch entarteten DDR fungiert.

 

Nachfolgend zitiere ich den Bericht der Linkspartei: „Solidaritätsdemo für Zozan und ihre Kinder, 22. Januar, 8.30 Uhr, Friedensplatz vor dem Amtsgericht … Zozan G. aus Oberhausen ist alleinerziehende, berufstätige Mutter von fünf Kindern. Weil ihre dreizehnjährige Tochter an einer Aktion gegen die Isolation Abdullah Öcalans im März 2019 teilnahm, droht der Mutter nun der Entzug des Sorgerechts für ihre fünf Kinder im Alter zwischen 15 und vier Jahren ...

 

Seit Monaten wird Zozan nun schon durch Polizei, Jugendamt und Gerichte unter Druck gesetzt. Die Drohung, die seit Monaten in der Luft schwebt, könnte klarer nicht sein: Entweder gibst du deine eigene politische Identität auf, oder wir nehmen dir deine Kinder weg! Dabei geht es nicht einmal darum, dass Zozan oder ihre Tochter schwere Straftaten oder ähnliches begangen hätten. Es geht vielmehr um ihr demokratisches Engagement für politische Rechte in der Türkei und Kurdistan.“