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„Tolles Geschäft: 22 Azubis übernehmen, dafür 4000 Leute rauswerfen!“

Zur Stimmung unter den Belegschaften bei Opel wird aus Eisenach berichtet:

Korrespondenz aus Eisenach
„Tolles Geschäft: 22 Azubis übernehmen, dafür 4000 Leute rauswerfen!“
Blick auf Eisenach. Im Hintergrund: Das Opel-Werk (foto: Metilsteiner (CC BY-SA 3.0))

Die Absicht der Geschäftsleitung, zusammen mit IG-Metall-Spitze und Gesamtbetriebsrat war die, die Belegschaft mit einem neuen Vertrag zur Arbeitsplatzvernichtung zu überrumpeln. Das ist gründlich misslungen.

 

Es gab in beiden Schichten je eine Versammlung in der Montagehalle. Der Betriebsratsvorsitzende und der Personalchef gaben sich Mühe, das ganze so darzustellen, als ginge es eigentlich nur um Rüsselsheim, aber die Eisenacher würden von der Möglichkeit der Altersteilzeit auch profitieren. Außerdem würden die Azubis unbefristet übernommen. Der erhoffte Beifall für den „Zukunftsvertrag“ blieb weitestgehend aus.

 

„Noch zwei solche Verträge und es ist niemand mehr übrig“. „Wer soll hier die Arbeit machen, wenn so viele abgebaut werden?“ „Tolles Geschäft: 22 Azubis übernehmen, dafür 4000 Leute rauswerfen!“ „Hier sollen Opelaner durch Leiharbeiter ersetzt werden, die sind billiger und williger!“, waren nur einige der geäußerten Kommentare.

 

Am Ende der Versammlungen meldeten sich jeweils Kollegen gut sichtbar zu Wort, was den Betriebsratsvorsitzenden zwang, jeweils ausdrücklich eine Diskussion zu unterbinden.  Die Tatsache, dass kein weiterer Lohnverzicht und keine Flexibilisierung in dem Vertrag steht, ist Ausdruck der Defensive der Geschäftsleitung und der reformistischen Gewerkschaftsführung.