Kolumbien

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Erneut 35.000 Menschen in Bogotá auf der Straße

Der 2019 begonnene „paro nacional“ (nationaler Streik) wird fortgesetzt.¹

Korrespondenz
Erneut 35.000 Menschen in Bogotá auf der Straße
Protest in der Hauptstadt Bogotá

Ein Vertreter der MODEP (Demokratische Volksbewegung) berichtet: „Am Dienstag, 21. Januar, gingen in Bogotá mindestens 35.000 Menschen auf die Straße. Das ging von morgens, 6 Uhr, bis abends um 23 Uhr. Hauptsächlich waren es Jugendliche.

 

Im Januar wurde täglich ein Aktivist ermordet

Vertreter der MODEP

Viele Beschäftigte aus größeren Betrieben gehen vor der Schicht oder Abends zu den Kundgebungen und Demonstrationen. Sie fanden in vielen Städten statt. Zentrales Thema war der Widerstand gegen die faschistische Gewalt. Im Januar wurde täglich ein Aktivist ermordet! Dahinter steckt offensichtlich eine Strategie der Großkonzerne, vor allem im Bergbau und Agrarbereich: Sie lassen unliebsame, kritische, unbestechliche Führer von Protesten, auch kämpferische Gemeindevertreter zum Beispiel gegen die Umweltzerstörung oder gegen die Vertreibung kleiner Bauern umbringen. Das wird in der Regel als krimineller- bzw. Drogendelikt inszeniert.

 

"Grüne" Bürgermeisterin hetzt Polizei auf die Demonstrantinnen und Demonstranten

Es gab am Dienstag wieder heftige Zusammenstöße mit Polizei und ESMAD (die berüchtigt brutale Aufstandsbekämpfungseinheit). Verantwortlich für den Einsatz der Polizei ist die neu gewählte grüne Bürgermeisterin von Bogotá, die ja einen fortschrittlichen Anspruch vorgibt. Sie sagt, der friedliche Protest müsse von den Randalierern („bandalos“) getrennt werden. Die kämpferischen Kräfte sollen als blinde Randalierer und undemokratisch isoliert, und gewaltsam unterdrückt werden.

 

In jedem Fall sind vor allem im März bedeutende große Kämpfe zu erwarten. Der Internationale Frauentag am 8. März wird sicher eine Massenveranstaltung im ganzen Land.