Arbeitereinheit

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Solidarität mit den streikenden Metallarbeitern in der Türkei - IAC-Vorbereitung auf Hochtouren

130.000 Arbeiterinnen und Arbeiter im Automobilsektor der Türkei streikten vom 15. Januar ab an 200 Standorten mehrere Tage lang. Für den 5. Februar 2020 ruft die Metallarbeiter-Gewerkschaft Birleşik Metal-Iş jetzt zum Streik auf.

Von Korrespondenten / ATIK / gis
Solidarität mit den streikenden Metallarbeitern in der Türkei - IAC-Vorbereitung auf Hochtouren
Entschlossene Metallarbeiter in der Türkei

Die Konföderation der Arbeiter aus der Türkei in Europa (ATİK) ruft zur Solidarität mit dem Protest und dem Streik der Metallarbeiter in der Türkei auf.

Kapitalistenverband droht mit Massenentlassungen

"Nachdem sie in seit geraumer Zeit laufenden Tarifverhandlungen keine Einigung mit dem Verband der Metallindustrie (MESS) erzielen konnten", so die Pressemitteilung der ATIK, "riefen die Gewerkschaften zu Kundgebungen und Protestmärschen auf. Die angebotene Lohnerhöhung von 8% lag weit unter der Inflationsrate, die Gewerkschaft akzeptierte diese Lohnerhöhung nicht. Hunderttausende gingen auf die Straße und traten in Warnstreiks. MESS drohte, dass er im Falle eines Streiks Massenentlassungen vornehmen werde. Dies bedeutet massiven Druck auf die streikwilligen Beschäftigten. Gegen diese Drohung des Verbandes der Metallindustrie, der die Metallkapitalisten vertritt, darunter Turkish Tractor, Ford Automotive, Aygaz, TOFAŞ, Borusan Mannesman und Otokar, haben die Beschäftigten erneut ihre Entschlossenheit zum Streik gezeigt.

 

Trotz aller Drohungen sind die Arbeiter entschlossen, in den Streik zu treten. Sie kündigen an, dass sie den Widerstand mit einem Streik am 5. Februar verstärken werden. Es wird ein Aufruf zur Entwicklung der Arbeitersolidarität veröffentlicht, um die entschlossene Haltung der streikwilligen Arbeiter zum Ausdruck zu bringen und Solidarität zu organisieren. Weiterhin werden Warnstreiks und Straßenaktionen in verschiedenen Städten durchgeführt."

Faschistische AKP-Regierung hat Dutzende Streiks verboten

Die faschistische Regierung unter Erdoğan hat Dutzende von Streiks in der Türkei verboten, Hunderte von Arbeiterführern wurden inhaftiert, auf der Straße wurden Arbeiter, die Frieden fordern, bombardiert. Tausende von Arbeitern verloren ihr Leben bei "Arbeitsunfällen". Der Widerstand der Metallarbeiter und ihr Streik richten sich auch gegen die Erdoğan-Regierung. Ihr Kampf ist der Kampf der Arbeiterklasse weltweit!

2. Internationale Automobilarbeiterkonferenz steht für Arbeitereinheit

In der heutigen Zeit der internationalisierten kapitalistischen Produktion hat es eine große Bedeutung, wenn die Arbeiter Kämpfe und gegenseitige Solidarität auch international organisieren – gegen die Spaltung durch den internationalen Konkurrenzkampf der Konzerne und Monopole. Zersplittert sind die Arbeiter nichts, vereint werden sie zur überlegenen Kraft! Ein Meilenstein auf diesem Weg ist auch die 2. Internationale Automobilarbeiterkonferenz, die vom 19. bis 23. Februar 2020 in Vereenigig / Südafrika stattfinden wird.

 

Die Vorbereitung dieser Konferenz läuft auch in Deutschland auf Hochtouren, u. a. mit tollen Spendengalas, um die Teilnahme von Delegierten, die nicht so viel Geld haben, zu unterstützen. Die MLPD Thüringen hat sich zum Ziel gesetzt, vor allen Betrieben in Thüringen, an denen sie eine Arbeit macht, die Internationale Automobilarbeiterkonferenz bekannt zu machen und dafür Spenden zu sammeln.

Wichtige Auseinandersetzungen vor und in den Betrieben

In einer Korrespondenz an Rote Fahne News wird berichtet: "Die MLPD Thüringen unterstützt aus vollem Herzen die Internationale Automobilarbeiterkonferenz (IAC). Sie zeigt den erfolgreichen Weg des Kampfes der Arbeiter auf: die internationale Vereinigung über Betriebs- und Ländergrenzen hinweg. Eine Herausforderung, vor der auch viele Thüringer Arbeiter stehen, wenn sie erfolgreich um ihre Arbeitsplätze kämpfen wollen, wie die 40.000 Kollegen in der Thüringer Automobilindustrie.

 

Bei Opel Eisenach und Siemens Erfurt gab es bereits Einsätze. Bei Opel ergriffen sogar Kollegen im Werk die Initiative, die IAC auf der IG Metall-Delegiertenkonferenz vorzustellen mit dem Ergebnis, dass ein Kollege direkt 5 Euro spendete. Bei Siemens in Erfurt verteilten wir vor dem Schichtwechsel an über 100 Kollegen den Flyer mit der Ankündigung, dass wir nach der Schicht wieder kommen und Spenden sammeln. Für viele lag es erstmal nicht auf der Hand, warum sie als Siemens-Arbeiter für eine Autoarbeiter-Konferenz spenden sollen. Wir verbreiteten die Idee des internationalen Zusammenschlusses aller Arbeiter, um gegen die Konzerne siegen zu können. Das kam bei einigen gut an, fünf Kollegen spendeten. Die überwiegende Mehrheit der Kollegen, die erstmal noch nichts spendeten, war nicht ablehnend.

 

In einem anderen Betrieb ergriff ein Kollege die Initiative und sammelte unter seinen Kollegen. Er sprach alle an und bekam inzwischen dadurch über 100 Euro zusammen. Er berichtet, dass vor allem der AfD zugeneigte Kollegen eher nicht spendeten, oft aus sozialchauvinistischen Motiven: 'Was gehen mich die Arbeiter in anderen Ländern an'. Bei anderen hingegen hätte schon eine kurze Argumentation ausgereicht: 'Vielen war gar nicht bewusst, dass es überhaupt einen solchen internationalen, selbstorganisierten, gewerkschaftsübergreifenden Zusammenschluss gibt'".